Impuls zu Fronleichnam

Bibelstelle Joh 6,51

„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabkommt. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.“

Fronleichnam – das Fest, das uns die Gegenwart Jesu in Brot und Wein in Erinnerung ruft.

Sonst gehen an Fronleichnam Katholiken auf die Straße. Singend und betend tragen sie Fahnen und vor allem die Monstranz mit einer geweihten Hostie mit sich.

Sie wollen zeigen, dass das, wofür sie eintreten nicht nur für Insider oder ein elitäres Clübchen gilt, sondern alle angeht. Eine klassische Demonstration: Menschen versammeln sich, um ihr Anliegen auf die Straße und zu den Menschen zu bringen. Die Botschaft der Liebe Gotte zu den Menschen als sichtbares Statement zu bringen.

Auch dieses Jahr 2021 wird das leider wieder so nicht gehen. Der Coronaschutz, der Schutz von Leben und Gesundheit, gebietet nur Gottesdienste unter strengen Abstands- und Hygieneregeln im überschaubaren und dokumentierten Kreis. Es zeichnet die Coronazeit aus, dass wir auf allen Ebenen herausgefordert sind, eine coronataugliche Art zu finden, dass, was wir im Kern wollen, umzusetzen.

Was wollen wir im Kern an Fronleichnam? Warum tragen wir normalerweise in einem kostbaren „Zeigegefäß“ Jesus im Brot des Lebens auf die Straßen? In Jesus ist Gott in einmaliger Weise den Menschen nahegekommen. In seinem Vermächtnis beim letzten Abendmahl hat er das Zeichen des Brotes gewählt, um diese Nähe Gottes zu den Menschen auszudrücken. Er hat nicht etwa eine kulinarische Kostbarkeit genommen, sondern ganz einfaches, alltägliches Brot. (Zur nur liturgisch verwendeten Hostie wurde es erst im Laufe der Kirchengeschichte.) Jesus hat das Fladenbrot genommen, dass bei der Mahlzeit so wie so auf dem Tisch lag. Brot ist nahrhaft, schnörkellos und irgendwie „ehrlich“, stillt Hunger und schmeckt frisch am besten. Dieses Grundnahrungsmittel möchte Jesus für uns sein. Er gibt sich uns in die Hand und in den Mund, damit wir uns ihn „einverleiben“, seine Worte und Taten, seine Haltung und Einstellung verinnerlichen und uns zu eigen machen und so selbst zu Brot werden, frisch und „ehrlich“ Hunger stillend.

Die Herausforderung, mit dem Coronavirus zu leben, stellt die Frage, was die Menschen „brotnötig“ für Leib und Seele brauchen, neu –gerade auch in unserem Wohlstandsland. Brot des Lebens im ganz praktischen und im übertragenen Sinne ist nötig. Auch Fronleichnam 2021 können wir den Kern, wofür das Fest steht, auf die Straße und zu den Menschen bringen.

Wir gehen in diesem Jahr ohne festliche Prozession und ohne Monstranz - das kostbare Zeigegefäß der Liebe Gottes sind wir selbst - so ist es ja auch, wenn die Monstranz mitgeht.

Wir wünschen Ihnen ein „brot-ehrliches“ Fronleichnamsfest!

Wir wünsche Euch allen einen schönen Fronleichnamsfeiertag, auch ohne Prozession, zum Kraftschöpfen und Ausruhen, mit Gott an Eurer Seite.

Martin Rodi (Gemeindereferent Seelsorgeeinheit Biberach)

Fronleichnam - Ein guter Grund zu feiern (C)ZDF (Video zu Fronleichnam)

Helmar Willi Weitzel erklärt den christlichen Feiertag Fronleichnam. Genial sehenswert und unterhaltsam wird hier Grundwissen vermittelt, das in der heutigen Zeit immer mehr verloren zu gehen scheint.

https://www.youtube.com/watch?v=jvP3EOaMkps