Erntedank

Einmal im Jahr feiern Christen das Erntedankfest. „Ein Tag, um mal nicht zu meckern, zu nörgeln und unzufrieden zu sein. Ein Tag, um die vielen kleinen Dinge in den Blick zu nehmen, die in der Summe ein ganz, ganz großes Geschenk sind. Ein Tag, um Gott mal dafür zu danken, dass es uns meistens gut geht“.

Das Fest stammt aus der bäuerlichen Welt. Nach der anstrengenden Erntezeit schaut man auf die Mühen und die Früchte der Arbeit und des Lebens - dankbar - in dem Wissen, dass vieles zusammenkommen muss, damit wir leben, überleben, gut leben: förderliche Bedingungen, das Wetter und fruchtbarer Boden, Gesundheit, Arbeitskraft, Glück, Kraft und Ausdauer, ein tatkräftiges Miteinander ...

Wer kann heute noch mit eigenen Händen im Garten oder auf dem Feld pflanzen, säen, pflegen und ernten?

Erntedank ist nicht nur ein Fest der Landwirtschaft. Jeder Mensch „erntet“ in seinem je eigenen Leben und Umfeld. Jeder Mensch pflanzt und sät, obwohl er nicht Pflanzen pflegt und Tiere hegt. Aber was? Welches „Ernte“-Glück hat er oder sie?

Fragen Sie sich und andere Menschen, was sie „ernten“ und was sie glücklich macht.

Vielleicht eine neue Freundschaft? Vielleicht eine glückende Beziehung?Vielleicht ein sportlicher, schulischer oder beruflicher Erfolg? Vielleicht Kinder, die erwachsen werden? Vielleicht ein neu entdecktes Talent? Vielleicht etwas gebaut und geschaffen zu haben?

Ganz gleich, woran die Menschen bei ihrer „Ernte“ denken. Dieses „Geerntete“ schenkt uns Freude, lässt uns ehrfürchtig sein und dankbar und darf uns auch mit Stolz erfüllen.

Erntezeit lässt uns erfahren:
Alles Gute im Leben ist Geschenk -
Gesundheit, Schaffenskraft, das tägliche Brot,
die Liebe, ja das Leben selbst.
Das anzuerkennen macht dankbar und froh.

Gott sei Dank für alles!

Martin Rodi – Gemeindereferent Seelsorgeeinheit Biberach