Impuls zu Neujahr

Gott geht mit uns in die Zukunft

Gerne würden viele Menschen wissen, was das bald beginnende neue Jahr bringt. Niemand kann es voraussehen, kein Wahrsager, kein Horoskop, kein Zukunftsforscher. Seriöse Zukunftsforscher analysieren aktuelle Daten und versuchen daraus Trends und mögliche Entwicklungen herauszulesen. Sie betonen, wie wichtig es sei, auf das Gegenwärtige genau hinzuschauen.

Jesus wurde auch immer wieder mit Zukunftsfragen konfrontiert. Zu seiner Zeit kursierten Ängste vor Kriegen, Seuchen, Naturkatastrophen und vor dem Weltuntergang. Er hat sich nicht darauf eingelassen. Seine Antwort lautete: Schaut genau hin, dann könnt ihr die Zeichen der Zeit deuten. Interessant ist, wie er diese gedeutet hat. Er sah hinter allem vor allem das Wirken Gottes. Ihm wurde alles zu einem Gleichnis für das Wirken Gottes in der Welt: Seht euch die Vögel an, die Blumen! Sorgt euch nicht ängstlich! Wie sie seid auch ihr bei Gott gut aufgehoben!

Jesus lehrt uns, in allem das Wirken und die Gegenwart Gottes zu erkennen. Das lässt uns in Gelassenheit und mit Zuversicht der Zukunft entgegengehen. Das bedeutet nicht, dass uns deshalb Schweres erspart bleibt. Was immer auf uns zukommt, wir haben Gott als Begleiter.

Was uns helfen kann, zuversichtlich unserer Zukunft entgegen zu gehen, ist der Blick auf die Vergangenheit und das Wahrnehmen der Gegenwart Gottes in der Welt, in der wir leben. Allzu schnell besetzen wir ungewisse Entwicklungen mit Ängsten. Ängste sind schlechte Ratgeber. Natürlich müssen wir vorsichtig sein, wichtiger jedoch ist die Umsicht. Denn auch in dem, was auf uns zukommt, ist Gott anwesend.

Es lohnt sich, noch einmal auf die Ereignisse des vergangenen Jahres zurück zu blicken und zu fragen, wo und in welcher Weise ist mir Gott begegnet. Es tut uns gut, immer wieder diese schönen Seiten des Lebens zu betrachten und sie dankbar mit Gott in Verbindung zu bringen. Wir neigen dazu, Gott nur in den schönen und angenehmen Erlebnissen zu suchen und die negativen Erfahrungen als Abwesenheit Gottes wahrzunehmen. Es gibt aber auch Menschen, die Schweres durchgemacht haben und dennoch im Laufe der Zeit entdeckt haben, dass ihnen gerade auch in der Krise Gott nahe war und zur Seite gestanden ist.

An der Schwelle zum neuen Jahr lade ich Sie ein, dankbar auf alles Gute des vergangenen Jahres zurückzuschauen und im Gebet alle Ungewissheit der Zukunft in die Hände Gottes zu legen.

Diakon Roland Fritzenschaft
Katholische Seelsorgeeinheit Biberach