Impuls zu Weihnachten

Liebes Christkind,

ich weiß, Dein Fest ist erst in ein paar Tagen. Dennoch schreibe ich Dir schon heute, denn so kurz vor Weihnachten hat die Post noch einiges zu leisten. Und ich will ja, dass mein Brief an Dich noch rechtzeitig zum Fest ankommt.

Weihnachten ohne Dich kann ich mir gar nicht so richtig vorstellen. Eigentlich überhaupt nicht. Ich kenne aber viele, bei denen geht das. Sie feiern dann an Heiligabend das Fest der Familie oder noch besser das Fest der Liebe. Ist doch irre, was? Fest der Liebe – damit haben sie den Nagel auf den Kopf getroffen!

Und dann gibt es noch die, die finden Weihnachten blöd. Setzen sich in den nächsten Flieger und hauen ab vor „Stille Nacht“ und „Oh du fröhliche“. Und sehen dann am Flughafen ihres Reiseziels möglicherweise einen geschmückten Weihnachtsbaum. WWW – Weltweite Weihnacht eben. Man kommt nicht dran vorbei.

So, jetzt muss ich los, zur Post. Alles, was ich sagen wollte, ist eigentlich: Wie schön, dass es Dich gibt! Auch wenn Du immer wieder mal alles auf den Kopf stellst. Das war schon seit Deiner Geburt so. Und das hat sich bis heute nicht geändert.

Nun muss ich wirklich ... viele Grüße!

PS: An Deinem Geburtstag lassen wir es richtig krachen. Du bist da – und das muss gefeiert werden!

Text: Andrea Wilke
In: Pfarrbriefservice.de

 

Vor einigen Wochen haben wir uns auf den Weg gemacht. Im Advent haben wir uns auf das Weihnachtsfest vorbereitet. Jetzt feiern wir die Weihnacht - für uns Christinnen und Christen ein wichtiges Hochfest. Gott wird Mensch. Gott wird einer von uns.

Für mich ist Weihnachten ein wichtiges Fest. Jesus, Gottes Sohn, wird Mensch, so wie du und ich. Er erlebt Dinge wie du und ich: Freude und Tränen, Gesundheit und Krankheit, Freundschaft und Feindschaft...

An Weihnachten wird Gott in Jesus mein Bruder. Darüber können wir froh und dankbar sein. Geben wir diese Weihnachtsfreude und diese Hoffnung gerade in unserer Zeit an viele Menschen weiter.

 

Martin Rodi (Gemeindereferent Kath. Seelsorgeeinheit Biberach)

 

 

Weihnachten – Sternstunde der Menschheit

Gedanken zum Fest

„Mehr Licht!“ Gerade in der Weihnachtszeit spielt das Licht eine zentrale Rolle. „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.“ (Joh 1,9).

Dunkle Bedrohung – helle Hoffnung

Der Glanz unzähliger Kerzen, die Funken sprühenden Feuerwerke am Jahresende, sie sind in diesem Zeitabschnitt ein deutliches Symbol dieses Zusammenklangs von dunkler Bedrohung und heller Hoffnung. Jesus, eine „Lichtgestalt“, seine Geburt, wie eine „Sternstunde der Menschheit“. In der Liturgie des ersten und zweiten Jahrhunderts standen nicht so sehr die historischen Ereignisse um die Geburt Jesu als vielmehr seine „geistige Geburt“ im Mittelpunkt. Das älteste Evangelium nach Markus kennt demnach auch keine eigene Kindheitsgeschichte. Diese geistige Geburt beginnt hier mit der Taufe Jesu im Jordan. In einer geheimnisvollen Erscheinung gibt Gott sich hier in Jesus zu erkennen: „Du bist mein geliebter Sohn ...“ (Mk 1,11). Das Fest der „Erscheinung des Herrn“ (Epiphania) feierte man am 6. Januar, so auch heute noch in vielen orthodoxen, koptischen, syrokoptischen und in einigen indischen Kirchen.

Das Weihnachtsdatum 25. Dezember ist denn auch nicht als exaktes Geburtsdatum im historischen Sinne, sondern eher aus einem sinnbildlichen Motiv heraus zu verstehen. Zum ersten Mal wurde es von Papst Hypolit im Jahre 217 in Rom aus der Taufe gehoben. Der 25. Dezember war nämlich in der damaligen Zeit ein Festereignis vieler Völker und Religionen. Im vorderasiatischen „Mithraskult“ feierte man an diesem Tag die Geburt des indischen Lichtgottes. Die Ägypter wiesen im „Isiskult“ auf die Geburt des falkenäugigen Himmels- und Sonnengottes Horus hin. Die Römer feierten an diesem Tag mit großem Pomp das Gedächtnis des „unbesiegbaren Sonnengottes Saturn“. Die Germanen begingen bis hoch hinauf nach Skandinavien das „Mittwinterfest“, die Wintersonnenwende (Julfest) mit vielen alten Fruchtbarkeitszeremonien. Es war ein wahrhaft „geballtes Licht- und Sonnenfest“.

Kontrapunkt zu zeitgenössischen Lichtfesten

Die christliche Weihnacht wurde so gewissermaßen als ein Kontrapunkt zu diesen zeitgenössischen Lichtfesten gesetzt. Die Botschaft sollte heißen: Die wunderbare und gewaltige Sonne ist keine Gottheit, sie hat ihre Kraft und ihre Macht nicht aus sich selbst, sondern ist ein Geschöpf Gottes. Hinter ihrer Leuchtkraft erscheint das „wahre Licht“ Gottes, des Schöpfers aller Dinge. Jesus Christus bringt diese Lichtbotschaft Gottes in die Welt der Finsternis. Licht ist also ein Geschenk, das man an alle weitergeben kann, die im Dunkeln stehen. Dieses Licht können wir „reflektieren“ in unseren Alltag.

Text: Stanislaus Klemm
In: Pfarrbriefservice.de