Wochenimpuls - 15. bis 30. Juni

Fühl dich umarmt!

„Fühl dich umarmt“ – wenn mir das zurzeit jemand entgegenruft, mit strahlendem Lächeln und ausgebreiteten Armen, dann tut das fast so gut wie eine wirkliche Um-armung. In Zeiten, in denen wir einander nicht sehen können oder Abstand halten müssen, tut es gut, den fehlenden körperlichen Kontakt durch Worte und Gesten auszugleichen.

Die ausgebreiteten Arme erinnern auch an die Geste bei der Bitte um Segen. Eine evangelische Pfarrerin hat vor kurzem in einer Rundfunksendung den Segen am Ende der Beerdigung mit einer Umarmung Gottes verglichen und gemeint, dass sie dabei die Arme ganz weit öffne, um den Trauernden mitzugeben: Fühl dich umarmt – von Gott.

Eine Umarmung – das ist für mich ein schönes und berührendes Bild für Gottes Segen. Eine Umarmung ändert nicht die äußere Situation, aber sie kann innerlich stärken und Halt und Kraft geben und die Gewissheit, geliebt und begleitet zu sein.

In der aktuellen Situation, die für viele mit Unsicherheit, Angst und extremen Belastungen verbunden ist, dürfen wir auch auf Gottes Segen vertrauen und immer wieder darum bitten, so auch mit dem Liedtext von Eugen Eckert (Gotteslob Nr. 453):

            Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns auf unsern Wegen.
            Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen.

            Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns in allem Leiden.
            Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten.

            Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns vor allem Bösen.
            Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen.

            Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen.
            Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen.

Steffi Brüggemann - Pastoralreferentin Biberach