Fußball WM 2026: Gemeinsam hoffen, gemeinsam leben

Wenn Fußball-WM ist, passiert etwas Besonderes: Menschen kommen zusammen. Sie fiebern mit, hoffen, bangen, jubeln, leiden — und für einen Moment rückt vieles andere ein wenig in den Hintergrund. Sorgen und Nöte sind nicht einfach weg, aber sie bekommen für eine Weile nicht das letzte Wort.

Vielleicht liegt darin schon etwas Geistliches.

Denn wir Menschen sind nicht dafür gemacht, alles allein zu tragen. Wir brauchen Gemeinschaft. Wir brauchen Momente, in denen wir zusammen lachen, mitfiebern und spüren: Ich bin nicht allein. Ein gemeinsames Spiel, ein gespannter Blick auf den Bildschirm, ein Tor in letzter Minute — all das erinnert uns daran, wie gut es tut, Teil von etwas Größerem zu sein.

Auch der Glaube lebt von dieser Erfahrung: gemeinsam unterwegs sein, gemeinsam hoffen, gemeinsam aushalten, dass noch nicht alles gut ist. Wie beim Fußball kennen wir das Bangen und Warten. Wir kennen die Unsicherheit. Aber wir kennen auch die Freude, die plötzlich aufbricht.

Vielleicht ist die WM deshalb mehr als nur Unterhaltung. Vielleicht ist sie auch eine kleine Erinnerung daran, dass Gott uns Gemeinschaft schenkt — mitten im Alltag, mitten zwischen Anspannung und Leichtigkeit, zwischen Hoffnung und Zittern.

Und vielleicht dürfen wir gerade darin etwas von Gottes Nähe ahnen:
im Miteinander,
im geteilten Moment,
im gemeinsamen Hoffen.

Gebet

Guter Gott,
danke für die Freude, die uns verbindet.
Danke für Menschen, mit denen wir lachen, hoffen und mitfiebern können.
Schenke uns Leichtigkeit in schweren Zeiten,
Gemeinschaft gegen das Alleinsein
und Hoffnung, die trägt — auch über den Moment hinaus.
Sei du bei uns in aller Freude und in allem Bangen.
Amen.

Martin Rodi (Gemeindereferent Seelsorgeeinheit Biberach)

Sommer-Rezept - Zeichen der Zeit

einfach mal
den Alltag unterbrechen
tief durchatmen
innehalten
das Fenster weit öffnen
befreit aufatmen
Herz und Sinne öffnen
den Blick zum Himmel richten
Wolkenbilder betrachten
dem Vogelgezwitscher lauschen
die Wärme der Sonne auf der Haut spüren
Glücksmomente sammeln

Ulrike Groß,
www.spurensuche.info, In: Pfarrbriefservice.de

Lieber Sommer,

ich möchte eintauchen in dich. Hineinspringen. In deine Leichtigkeit, deine Unbeschwertheit, deine Luftigkeit, deine Lebenslust.

In deine leuchtenden Farben, das Ozeanblau des Meeres. Das Orange der Sonne. Das dunkle Rot der Johannisbeeren.

Ich liebe die wohlig-weiche Wärme, mit der du mich umgibst. Das Flirren der Hitze, das über der Erde schwebt, vibriert.

Ich möchte dich schmecken. Die zuckrigen Wassermelonenschnitze, aus denen das Wasser tropft, an meinen Finger entlang rinnt. Die kühle, zitronengelbe Limo mit den Eiswürfeln darin. Den würzigen Salat aus Tomaten, Gurken, salzigem Feta.

Ich atme deinen Duft ein. Ganz tief. Deinen Duft von süßem Hibiskus. Würzigen, gedroschenen Getreidefeldern. Rauchigen Lagerfeuernächten.

Ich tanze im Sommerregen. Der sanft auf meine Haut fällt, kühl, erfrischend. Der meine Kleider durchtränkt. Der aus meinen Haaren topft.  

Ich radle zum See. Trete in die Pedale. Bis die Welt wie ein Film an mir vorbei zieht. Strample am Fluss entlang, durch den Schatten kühler Wälder, die Berge hinauf. Und rausche hinunter. Fahre freihändig schreie, kreische, quietsche vor Glück.

Ich liebe deine lauen Abende. Deine erfrischende, kühle Brise in der Nacht. Die zirpenden Grillen. Die funkelnden, glitzernden Sternschnuppen, die über den dunkelblauen Nachthimmel rauschen und verglühen. Ich mache die Augen zu und schicke einen Wunsch nach oben.

Ich feiere Sommerfeste. Draußen im Garten. Unter glitzernden Lichtergirlanden. Mit Menschen, die ich mag. Ich schlemme und genieße. Möchte verrückt sein, unvernünftig, losgelöst.

Ich durchplaudere Nächte. Hinein bis in den Morgen. Mit einem Glas Beerenbowle in der Hand. Höre den Vögeln zu, wie sie zu zwitschern beginnen. Schaue in die Sonne, während sie den Tag weckt. 

Ich möchte strahlen und lachen. Ein Lachen, das von ganz tief kommt. Das im Bauch kribbelt. Das meine Wangen schmerzen lässt. Mir Tränen in die Augen strömt.

Ich renne, laufe, springe. Die Arme weit ausgebreitet. Aufgespannt, wie Flügel. Bin frei, unendlich frei. 

Ich möchte leben. Ich möchte lieben. Ich möchte fühlen. In diesem Sommer.

Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de