Impuls zum Wonnemonat Mai

Liebe Gemeinde,

mit dem Monat Mai kommt die Natur in ihre volle Blüte. Man könnte sagen, dass Gottes Schöpfung richtig jubiliert. Viele von uns haben dies ja in den vergangenen Tagen schon genießen können: Die blühenden Obstbäume und die vielen Blumen in unseren Gärten. Im Mai wird noch vieles zum Erblühen kommen. Aus diesem Grund wird der Mai auch als „Wonnemonat“ bezeichnet. Im Leben der Kirche spielt der fünfte Monat des Jahres eine wichtige und bedeutende Rolle: Er ist einer großen Frau gewidmet – Maria, der Mutter Jesu. Dies wird verständlich, wenn man auf das Leben und den Glauben von Maria schaut. Sie hat zu Gottes Anruf „ja“ gesagt und der Welt den Heiland geboren. In Jesus Christus ist die ganze Fülle menschlichen Lebens sichtbar geworden. Jesus ist der neue Adam, in dem sich die neue Schöpfung wiederspiegelt. Dies wurde möglich, weil Maria sich dieser Aufgabe in ihrer ganzen Existenz zur Verfügung gestellt hat. Im Mai verehrt die Kirche in ganz besonderer Weise die Gottesmutter. Ihre Bereitschaft, sich Gott zur Verfügung stellen, hat sie in ihrem Magnificat zum Ausdruck gebracht. In ihm jubelt Maria über Gott, ihren Retter. Und sie betont in ihrem Lobgesang auf Gott, dass der Schöpfer auch das Kleine und Geringe hochachtet. Gott der Schöpfer denkt auch an alle, die hungrig und arm sind; bei ihm gehen sie nicht leer aus. Maria ist von einem tiefen Vertrauen in Gott geprägt, der das Leben schafft und durch seinen Sohn, den Maria geboren hat, alle Dunkelheit vertreibt.

Dieses Vertrauen wünschen wir uns allen jetzt und in den kommenden Tagen des Wonnemonat Mai.

Pfarrer Stefan Ruf

 

Da sagte Maria:

Meine Seele preist die Größe des Herrn /
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: / Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron / und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben / und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an / und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, / Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

 

(Lukas 1, 46-55)